Worum geht es?
Der Busverkehr in Passau muss nachhaltig finanzierbar bleiben. Dafür gibt es einen Vorschlag für ein neues Busnetz. Der Vorschlag ist noch nicht beschlossen.
Fest steht, dass gespart werden muss. Wie das neue Netz im Detail aussieht, ist noch offen. Dafür brauchen wir Ihre Erfahrung aus dem Alltag. Sie wissen am besten, welche Verbindungen Sie brauchen und wo Änderungen besonders schwer wiegen. Auf dieser Seite finden Sie den Vorschlag, die Gründe dafür und alle Möglichkeiten, sich zu beteiligen.
Warum muss das Busnetz überarbeitet werden?
Der Busverkehr in Passau kostet jedes Jahr mehr, als er einbringt. Das Defizit tragen die Stadtwerke. Diese Belastung ist auf Dauer zu hoch.
Ziel ist, das Geld dort einzusetzen, wo es den größten Nutzen für die Fahrgäste bringt. Auf Linien, die stark genutzt werden, soll das Angebot verlässlich bleiben. Wo sehr wenige Menschen mitfahren, wird geprüft, ob es andere Lösungen gibt, zum Beispiel einen Bus, der auf Bestellung fährt.
Wie ist der Vorschlag entstanden?
Die Stadtwerke Passau haben das Verkehrsplanungsunternehmen ioki im Juni 2026 beauftragt, das Busnetz zu untersuchen. Den Anstoß dazu gab Oberbürgermeister Andreas Rother. ioki ist auf datenbasierte Verkehrsplanung und digitale Mobilität spezialisiert.
Für die Untersuchung wurden unter anderem ausgewertet:
- Fahrgastzahlen aus den digitalen Zählsystemen in den Bussen. Der Stadtrat hat die Zählsysteme erweitert, dadurch sind die Daten heute deutlich genauer.
- Daten aus einer Mobilitätssimulation, die zeigen, wo Menschen unterwegs sein wollen.
- Der bestehende Linien- und Fahrplan.
Untersucht wurden Linienwege, Takte, die tatsächliche Nachfrage und wie gut die Stadtteile erschlossen sind.
Die Vorschläge des Konzepts im Überblick
Hinweis: Hierbei handelt es sich jeweils um Vorschläge, die noch nicht final entschieden sind.
Die Linie 1 soll künftig im 60- statt im 30-Minuten-Takt und mit veränderter Linienführung vom ZOB über Christdobl und Laimgrub zum Bäckerholz fahren. Damit soll sie gemeinsam mit dem Regiobus die Erschließung des bisherigen Gebiets der Linie 3 übernehmen. In den Gebieten Haidenhof (Süd) und Kohlbruck bliebe der bisherige 30-Minuten-Takt erhalten. Auch im Abend- und Nachtverkehr soll das stündliche Angebot erhalten bleiben und teilweise durch die Linie 13 ergänzt werden.
Die Linie 2 soll bereits in Kastenreuth enden und künftig im 60-Minuten-Takt fahren. Auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen ZOB und Englmaier Straße könnten sich Linie 1 und Linie 2 zeitlich versetzt ergänzen, sodass dort zusammen ein 30-Minuten-Takt entstünde. Ziegelreuth soll künftig nicht mehr im Linienverkehr, sondern über einen On-Demand-Verkehr angebunden werden. Das hieße: Fahrgäste melden den Kleinbus vorab per App oder telefonisch an; er fährt dann stündlich die gewünschten Haltestellen an.
Durch die Änderung der Linienführung der Linie 1 wäre es möglich, die Linie 3 nördlich der Donau entfallen zu lassen. Die Fahrgäste im Nordosten entlang der Donaustraße nach Bäckerholz wären dann über den Regiobus und die Linie 1 angebunden. In der Innstadt soll die Linie erhalten bleiben, sich aber auf die stark nachgefragten Abschnitte konzentrieren und daher nur noch zwischen ZOB und Auenweg statt bis Achleiten verkehren. Das Teilstück zwischen Auenweg und Achleiten soll weiterhin von der Linie 4 angefahren werden.
Im Südosten zwischen ZOB und Achleiten soll die Linie 4 wie gewohnt bestehen bleiben, zwischen ZOB und Hals aber aufgrund geringerer Nachfrage nur noch im Stundentakt verkehren. In den Spitzenstunden können Verstärkerfahrten aushelfen, um Pendler und Pendlerinnen sowie Schüler und Schülerinnen weiterhin zu ihrem Ziel zu bringen. Im Abend- und Nachtverkehr soll das Angebot auf die tatsächlich nachgefragten Abschnitte ausgerichtet werden. Ab 20 Uhr soll die Linie daher zwischen Hals und Auenweg verkehren.
Die Linie 5 soll im Gebiet Hacklberg zwei unterschiedliche Endpunkte erhalten: Die 5a verbindet den ZOB direkt mit Patriching, die 5b den ZOB mit Grillenöd. Damit wären die Haltepunkte bis Grillenöd im 30-Minuten-Takt angebunden. Die Linie 5a soll zukünftig auch über den Lüftlberg fahren, der somit stündlich angebunden wäre. Im Südwesten könnte die Linie aufgrund geringer Nachfrage bereits am Passauer Erlebnisbad enden, da die Linie 6 Kohlbruck nach wie vor im Stundentakt anbindet. Im Abendverkehr könnte sie an die tatsächliche Nachfrage angepasst werden und bereits an der Danziger Straße enden.
Die Linie 6 soll unverändert bleiben und wie gewohnt eine Verbindung von Schalding l.d.D. zum ZOB und Kohlbruck bieten.
Im Westen soll die Linie 7 zwei unterschiedliche Endpunkte erhalten, die jeweils stündlich verkehren. Die 7a soll über die Regensburger Straße zur Eichendorffstraße fahren, die 7b weiter bis Königschalding. Auf der gemeinsamen Strecke bliebe damit der 30-Minuten-Takt erhalten. Im Nordwesten könnte die Linie entfallen; als Alternative steht dort der Regiobus zur Verfügung.
Die Linie 8 soll künftig eine wichtigere Rolle in Heining, Rittsteig und Neustift übernehmen und dort alle 60 Minuten eine Anbindung bieten. Dazu könnte sie neu über die Spitalhofstraße anstelle der Regensburger Straße geführt und vom ZOB zum Hauptbahnhof verlängert werden. Damit ließen sich zusätzliche Bereiche direkt erschließen. Auf der Spitalhofstraße entstünde gemeinsam mit den Linien K4, 5 und 6 ein dichter Takt. In Heining könnte die Linie 8 von der Carossastraße auf die Rittsteiger Straße verlegt werden, um den Wegfall der Linie 11 zu kompensieren. Auf der Innstraße könnte die Linie vom 30- auf den 60-Minuten-Takt umgestellt werden. In den Spitzenstunden können Verstärkerfahrten aushelfen, um Pendler und Pendlerinnen sowie Schüler und Schülerinnen zu ihrem Ziel zu bringen. Im Abend- und Nachtverkehr soll das Angebot vollständig erhalten bleiben.
Die Linie 9 soll im Gebiet Haidenhof (Süd) unverändert bleiben und dort gemeinsam mit den Linien 8 und 10 für eine gute Anbindung an die Universität und das Klinikum sorgen. Im Gebiet Haidenhof (Nord) und Heining könnte die Linie 9 entfallen, da die Linie 8 dort die Aufgaben übernehmen kann.
Die Linie 10 soll zur neuen Querverbindung werden. Anstelle der Linienführung über die Regensburger Straße zum Hauptbahnhof soll sie künftig über die Danziger Straße und die Innstraße fahren und so Schalding r.d.D., Heining und Auerbach direkt mit dem Klinikum und der Universität verbinden, ohne Umweg über die Innenstadt.
Die Linie könnte durch die veränderte Linienführung der Linie 8 in Heining und ausreichende Kapazität auf der Regensburger Straße ersetzt werden.
Die Abendlinie soll flexibilisiert werden: Bis zur Haltestelle Christdobl verkehrt sie weiter als herkömmliche Buslinie, ab dort flexibel. Fahrgäste melden per App oder telefonisch ihren Einstiegs-/Ausstiegswunsch an und werden direkt zu ihrer Haltestelle gebracht.
Die Abendlinie soll ab Auerbach flexibel verkehren. Fahrgäste melden per App oder telefonisch ihren Einstiegs-/Ausstiegswunsch an und werden direkt zu ihrer Haltestelle gebracht.
Im Nordwesten könnte die Linie K1 entfallen, da die neu aufgeteilte Linie 5 die Anbindung übernehmen und für eine stündliche Anbindung des Lüftlbergs sorgen kann.
Anstelle der Linien K2 und K3, die bisher im 2-Stunden-Takt verkehren, soll ein stündliches On-Demand-Angebot die Gebiete Sieglgut, Ziegelreuth, Högl und die Haltestelle Lindau anbinden. Fahrgäste könnten ihre Fahrt bei Bedarf per App oder telefonisch anfordern. Im Gebiet Haidenhof (Süd) sollen die schwach nachgefragte Gegend um Ingling und die Eduard-Hamm-Straße weiterhin über die Linien 8 und 9 angebunden bleiben.
Die Linie soll künftig direkt am Hauptbahnhof starten und wie bisher im Stundentakt über den ZOB und die Spitalhofstraße nach Sperrwies fahren.
Der Regiobus könnte stärker in den Stadtverkehr eingebunden werden. Dafür sollen Stadt und Landkreis enger zusammenarbeiten, wovon Fahrgäste auf beiden Seiten profitieren.
In der Innstadt könnte die Haltestelle Kirchenplatz entfallen, um Staus an der Innbrücke zu verringern. Als Ersatz stünde die rund 150 m entfernte Haltestelle Jahnstraße zur Verfügung.
Der Schülerverkehr im Stadtgebiet soll vollständig erhalten bleiben. Dabei sollen sich nur Details ändern, die Fahrgäste kaum bemerken. Jede Schülerin und jeder Schüler kommt weiterhin zur Schule.
Was steht fest und worüber sprechen wir?
Das steht fest:
- Die Stadtwerke müssen im Busverkehr 3 Millionen Euro pro Jahr einsparen.
- Das Busnetz muss neu aufgestellt werden.
Darüber sprechen wir mit Ihnen:
- Alltagstauglichkeit des Konzepts
- Von Ihnen aufgezeigte mögliche Auswirkungen
- Ihre Alternativen Vorschläge
Jeder Vorschlag aus der Beteiligung wird geprüft. Umsetzen lässt sich, was innerhalb des Einsparziels bleibt.
So können Sie sich beteiligen
- Bürgerabende in den Stadtgebieten
Oberbürgermeister Andreas Rother, die Stadtwerke Passau und ioki stellen den Vorschlag vor Ort vor. Im Mittelpunkt stehen die Änderungen in den jeweiligen Stadtteilen. Sie können Fragen stellen und an Informationsstationen Ihren eigenen Weg besprechen.
| Datum | Uhrzeit | Stadtteil | Ort |
| Dienstag, 13.10.2026 | 19:00 Uhr | Süd-West (Kohlbruck, Haidenhof Süd, St. Nikola) | Pfarrheim St. Peter, Neuburger Str. 118, 94036 Passau |
| Freitag, 23.10.2026 | 19:00 Uhr | West (Auerbach, Schalding r.d.D., Heining, Neustift, Haidenhof Nord, Rittsteig) | Gasthaus Auer, Heininger Str. 26, 94036 Passau |
| Donnerstag, 05.11.2026 | 19:00 Uhr | Nord-Ost (Grubweg, Hals) | Gasthaus Aschenberger, Donaustraße 23, 94034 Passau |
| Mittwoch, 11.11.2026 | 19:00 Uhr | Nord-West (Hacklberg, Patriching, Schalding l. d. D.) | Festsaal Gymnasium Freudenhain, Freudenhain 2, 94034 Passau |
| Dienstag, 17.11.2026 | 19:00 Uhr | Süd-Ost (Innstadt, Altstadt/Innenstadt) | Großer Redoutensaal, Gottfried-Schäffer-Straße 2, 94032 Passau |
2. Online mitmachen
Ab dem 13. Oktober 2026 können Sie den Vorschlag online bewerten. Eine Karte zeigt Ihnen, welche Alternativen es künftig zu Ihrer bisherigen Verbindung gibt. Sie können sagen, was für Sie funktioniert, was nicht und welche Ideen Sie haben. Die Online-Beteiligung läuft voraussichtlich noch bis 24. November 2026.
Link: [folgt am 13.10.]
Zeitplan
13. Oktober bis 17. November 2026 : Info-Veranstaltungen in den Stadtteilen
13. Oktober bis 24. November 2026: Online-Beteiligung
Dezember 2026: Auswertung aller Hinweise
Noch offen: Veröffentlichung der Ergebnisse und Entscheidungen im Stadtrat
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung veröffentlichen wir nach der Auswertung. Sie erfahren dann, welche Hinweise übernommen wurden, was sich am Vorschlag geändert hat und was nicht umgesetzt werden kann, jeweils mit Begründung.